Es ist mir unmöglich, etwas über mich zu schreiben ohne meine Hunde zu nennen, die meinen persönlichen Weg begleitet haben und denen ich so viel zu verdanken habe.
Bunny fiel mir praktisch in den Schoß und war doch die Erfüllung eines Kindertraumes: ein eigener Hund. Daher auch dieser eigenartige Hundename, er stammt aus einem Buch meiner Kindheit, zigmal gelesen - über einen Wolf Namens Robber, der als Welpe von einem Schäfer gefunden und aufgezogen wurde. Den Namen Bunny bekam dieser Wolf von einer Schäferhündin. |
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Der damalige Hund meines Schwiegervaters hatte sich in der Nachbarschaft vergnügt und wir übernahmen - wenigstens einen Teil - des Ergebnisses.
Er war ein gemischter Mischling, ein Dorfköter. Aus heutiger Sicht habe ich bei ihm alles falsch gemacht, was man bei der Erziehung eines Hundes nur falsch machen kann. Er hat nie mit gleichaltrigen Hunden spielen können, ist niemals irgendwohin mitgenommen worden und extra für ihn wurde ein Zwinger gebaut.
Er führte eigentlich zwei Leben - eins mit und eins ohne uns. Und das kam so:
Da wir uns um seine Erziehung nicht weiter gekümmert haben, übernahm dies Bunnys Vater. Er brachte ihm bei, Katzen zu jagen (und zwar über Zäune hinweg), sich ausgiebig im Ort umzuschauen, Rüden, die ins Revier eindrangen (und das Revier umfasste wohl ganz Müllrose) zu "checken". Ich hatte damals oft Gelegenheit, so genannte Kommentkämpfe zu studieren, es floss niemals Blut. Bunny war ein waschechter "Streuner". Beide waren sehr erfolgreich J und zusammen unschlagbar.
Er war von all den Hunden, die wir hatten, der intelligenteste. Das was er konnte, hatte er sich quasi alleine beigebracht: über Zäune klettern, Türen öffnen, ohne zu ziehen an der Leine gehen, auf Ruf zu kommen, wenn er Lust hatte, er nahm nie Essen von Schränken oder Tischen, er konnte ohne Leine laufen, es sei denn, es kam ein Rüde. Er konnte Radfahrer den Rosenweg hoch und runter jagen. Durch genau durchdachte Strategie und Taktik schaffte er es sogar vom Zwinger zum Wohnungshund bis hin zum Bettschläfer. Das begann damit, dass er nachts so laut und so lange bellte, dass kein Mensch in der Nachbarschaft schlafen konnte. So nahmen wir ihn mit ins Haus. Aber bald schon nervte er hier, weil er ständig anschlug, sobald sich draußen was regte. Da er ja wie gesagt, auch Türen öffnen konnte, kam er nachts oftmals ins Schlafzimmer und legte sich an unser Fußende. Wenn er dort lag, schlug er nachts nicht an, und so ließen wir ihn dort liegen.
Bunny starb in meinem Armen, als er gerade 6 Jahre alt war. Er war von einem Auto angefahren worden. Damals gab ich mir die Schuld an seinem Tod und ich schwor mir, nie wieder so unbedarft einen Hund aufwachsen zu lassen.
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