Leia – die Prinzessin aus der Star Wars Saga – zog am 17. Februar bei uns ein.
Damals hat mein Mann noch gedacht, dass ich nicht ganz richtig im Kopf wäre, als ich ihn bat, mit mir mal kurz an den Bodensee zu fahren. Davon will er heute aber nichts mehr wissen.
Leias Vater war / ist ein riesiger Rottweiler. Riesig kam er mir vor, als er mir seine Pranken zur Begrüßung auf die Schulter legte um mir einmal gründlich übers Gesicht zu schlecken. Da wusste ich schon, dass meine Entscheidung richtig war. Leias Mutter hielt sich aus der ganzen Sache raus, 10 Welpen sind schließlich kein Pappenstiel. Sie wollte einfach nur ihre Ruhe haben – bei dem Chaos und Getümmel sehr verständlich.
Haben Sie schon mal in einem Raum gestanden, wo man vor lauter Welpen kaum treten konnte??? Das war wirklich witzig.
Ich hatte mir vorher schon die Erstgeborene ausgesucht, die kräftigste aus dem Wurf, dieser Blick hatte es mir angetan.
Auf der langen Autofahrt hat sie dann erst mal gründlich ihren Magen entleert – ehrlich gesagt, ist das bis heute so, dass ihr Autofahren nicht bekommt.
| Ach, was war die klein!!! Noch ein richtiges Baby!! |
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Die nächsten Tage, Wochen, waren dann wirklich anstrengend. Das bequeme Leben fand ein jähes Ende. Ich war übernächtigt, musste erst einmal meinen - Leias, Rhythmus finden. Das schlimmste für mich aber war, dass ich Leia viel tragen musste, weil sie ja noch nicht so viel laufen durfte. Aber Oscar forderte natürlich auch sein Recht – was soll’s, schleppte ich sie also durch Wald und Flur. Not macht erfinderisch, hab ich also so eine Art Tragetasche improvisiert, hab mir nen Gürtel umgetan und Leias Hinterteil in die Jacke gesteckt. Ging aber auch nur ne gewisse Zeit. Das Resultat waren unbeschreibliche Rückenschmerzen. Aber alles, was uns nicht tötet, macht uns nur noch härter!!
Eigentlich hatte ich ja die Idee gehabt, sie an einen Zimmer – Kennel zu gewöhnen, ich wollte es einfach mal ausprobieren. Ich habe also bei Ebay einen Solchen ersteigert, den größten, den es gab, schließlich würde sie mal ein großer Hund werden … nun ja, als ich den Kennel aufgebaut hatte, musste ich erst mal richtig lachen, das Ding war viiiiiiel zu groß, da passte ja ein ausgewachsener Bernhardiner rein. Gut, nun beherbergt es im Winter unsere beiden Kaninchen, super exklusiv und zweistöckig sozusagen!!
Nachts lag und liegt Leia im Hundebett neben meinem Bett, meistens jedenfalls. Manchmal liegt sie irgendwo quer herum und manchmal – potzblitz – frühmorgens im Bett. Es gibt schlimmeres, glaubt es mir!
Gerade am Anfang merkte man, dass sie noch ein richtig kleines Hundebaby war, sie suchte und brauchte körperliche Nähe und damit sie sich sicher und geborgen fühlte, rückte ich immer ganz dicht an sie heran. Mein Schlaf war in dieser Zeit nicht gerade sehr tief, wollte ich doch nicht, dass nachts unbemerkt ein Malheurs passierte.
Natürlich wird Leia von der ersten Mahlzeit an roh ernährt, die Profis nennen es auch BARFEN. Mein erster Hund, der von Beginn an gesund und artgerecht ernährt wird, das finde ich richtig spannend und klasse.
Oscar fand DAS DING da wirklich ekelhaft, igitt, brr, nimm es weg!!! Gut, dann eben nicht. Ich habe von Anfang an dafür gesorgt, dass er seine Ruhe hat, dass er in Ruhe gelassen wird.
Die Zeit tat ihr Übriges, nach zwei oder drei Wochen (ich weiß nicht mehr so genau) forderte er Leia zum Spielen auf, dummerweise begab er sich dazu in unsere Betten, aber ich war so froh, dass die beiden spielten, hab ich halt die Betten neu bezogen. Das tat ich in den folgenden Wochen des Öfteren.
Die Sozialisierungsphase dauert nicht ewig, und so hat man als Welpenbesitzer gerade in den ersten Wochen viel zu tun. Die meisten Leute denken, es ist ganz wichtig, dass ihre Hunde so schnell wie möglich diverse Kommandos erlernen. In meinen Augen ist das – erstmal – völlig nebensächlich.
Viel wichtiger für den kleinen Welpen ist es erst einmal:
1. die neue Umgebung / Familie kennen zulernen, sich einzuleben, damit er sich sicher fühlen kann
2. dass die neuen Besitzer das neue Familienmitglied und seine Eigenheiten kennen lernen
3. dass ihm die Regeln des Zusammenlebens positiv aber Konsequent und in kleinen Schritten nahe gebracht werden
4. möglichst viele Umweltreize in wohl durchdachten Dosierungen kennen zu lernen (Straßenverkehr, schreiende Kinder, komische Fahrzeuge wie Rollstühle, ev. Mal ein Einkaufszentrum, Tiergehege, Hausflure, Fahrstühle, große und kleine Hunde, Katzen usw. usf. …).
Da hat man wirklich genug zu tun!!
Ich war mit Leia so häufig wie möglich auf dem Müllroser Marktplatz, das war sehr anstrengend für sie. Außerdem haben wir das Tiergehege in Rosengarten besucht und wir waren mit ihr im A10 – Center bei Berlin, aber wie gesagt, alles ganz vorsichtig. Im A10 – Center hatte ich mir einen Sitzplatz gesucht, Leia hat geschaut, und geschaut und … ist irgendwann auf meinem Schoß eingeschlafen …
Mit Leia darf ich ganz neue Erfahrungen sammeln, darüber bin ich sehr froh. Fahrende Autos, Menschen, die direkt auf sie zukommen oder unvorhersehbare Bewegungen machen – das sind Dinge, die ihr von Anfang an Probleme machen. Aber ich arbeite daran, es ist noch nicht perfekt doch es wird zusehends besser.
Am „fahrende – Autos – machen – Angst“– Problem arbeite ich gezielt, am besten eignen sich dazu Fahrrad – Wege, die nicht so dicht an der Strasse sind. Sobald ein Auto zu hören war, habe ich Leia von Anfang an ein Leckerchen ins Maul gestopft, ich habe es zugelassen, wenn sie sich aus Unsicherheit hingesetzt hat. Zur Sicherheit musste sie dabei immer an die Leine, damit sie nicht mal in Panik weglaufen kann. Inzwischen hält sie auch schon direkt an der Strasse Autos ganz gut aus, sie wird immer noch langsamer oder setzt sich hin, oft sucht sie Schutz bei Oscar oder bei mir, das ist ok.
Menschen sind inzwischen kein Problem mehr, solange die sie nicht fixieren oder sehr frontal und schnell auf sie zugehen. Dann soll sie aber statt zu bellen bei mir Schutz suchen, daran arbeite ich noch.
Unvorhersehbare Bewegungen sind immer noch etwas problematisch, allerdings nur bei fremden Menschen. Beim Geburtstag meiner Schwägerin waren dankenswerter Weise Kinder anwesend, die bewegen sich ja nun wirklich laut und unvorhersehbar, eine tolle Möglichkeit, um zu desensibilisieren. Ich habe aber sehr genau darauf geachtet, dass Leia nicht überfordert wird.
Sie ist nun 5 Monate alt, folgende Dinge kann sie schon ganz gut:
„AUS“ - spuck es aus / lass es los, du bekommst was Besseres
„NEIN“ - Tu das nicht!!!
„Sitz“ - Setz dich dahin, wo du gerade bist (auch auf Distanz bis zu 15m)
verschieden konditionierte Signale zum Kommen:
„Komm“ – Bewege dich in meine Richtung vorwärts
„Hier“ – Komm direkt zu mir (Ziel ist der Hand – Target)
Kommen auf Pfiff - Umkehrsignal
Kommen auf Pfiff - Hundepfeife, klassisch konditioniert
„Raus da“ - Komm auf den Weg zurück (aus dem Gebüsch etc)
„Stopp“ - anhalten beim Vorauslaufen
offene Hand – Ball hinein geben (beim Spielen)
Target mit der Nase anstupsen
Und – sie ist stubenrein!
Platz, Decketraining, Bleib hab ich bzw. meine Tochter ein wenig begonnen – natürlich alles mit dem Clicker!!
Ich find, das ist schon ne ganze Menge für so einen kleinen Hund, wenn man bedenkt, dass das meiste alles so nebenbei auf den täglichen Spaziergängen erlernt worden ist!!
Fortsetzung folgt ...
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