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Schlaubetaler HundeAkademie



Oscar

Als Bessy uns verließ, war Oscar ein knappes 3/4 Jahr alt. Im Jahre 2000 entschieden wir uns für einen zweiten Hund. Ich wollte gerne einen Welpen, weil ich erstens eigene praktische Erfahrung bei der Erziehung von Welpen brauchte und zweitens, nun theoretisch alles wusste und darauf brannte, mein Wissen in die Praxis umzusetzen, um somit in Nullkommanix einen Vorzeigehund zu produzieren. Praktische Erfahrungen zu sammeln ist ja o k, aber der Ehrgeiz, einen perfekten Hund in möglichst kurzer Zeit zu formen, ist dumm und naiv. Oscar kam daher in ein Umfeld voller Erwartungshaltung und Ansprüche. Ich wollte alles richtig machen, dieser Hund sollte perfekt werden. Glücklicherweise machte mir Oscar da einen Strich durch die Rechnung.

Click für ein grosses Bild von Oscar !

Ich entschied mich vor allem für einen Labrador, weil ich genetisch bedingtes Territorialverhalten von vornherein ausschließen wollte, da unser Haus ständig von vielen Kindern besucht wird und diese Rasse nicht dazu neigt. Auf der Suche nach dem richtigen Züchter traf ich auf schier unvorstellbare Dummheit, auf das Geschäft mit der Ware Hund. Ich denke, wir als "Käufer" sollten da mit mehr Verantwortung dem Lebewesen gegenüber handeln. Und das, was ich sah, war nur die Spitze des Eisberges.

Oscar stammt aus Niedersachsen, aus einem wirklich liebevollen Haus mit vielen Menschen und vor allem Kindern. Die Hundemutter Emma besaß keine Zuchtpapiere, aber das war mir egal, sie war gesund, ausgeglichen und freundlich. Insgesamt besuchten wir die Welpen 3x, das erste Mal waren sie gerade so groß wie Meerschweinchen.

Oscar ist jetzt (August 2004) 4 Jahre alt. Er ist trotz allem mein Traumhund, und wie in einem richtigen Traum, gibt es natürlich Ecken und Kanten - das nennt man gemeinhin Charakter J . Es fällt mir schwer objektiv über Oscar zu schreiben, denn er ist mein ein und alles. Er besitzt einen unwahrscheinlichen Charme, und wer dem nicht verfällt. ist selbst Schuld (Ist bis heute aber nicht vorgekommen!). Er wurde von Anfang an mit positiver Bestärkung erzogen, was in der Praxis bedeutet, dass er für richtiges Verhalten belohnt wird. Doch natürlich kennt er auch klare Regeln und Verbote.

Oscar ist mein Lehrstück, mein Trainingspartner und mein Co-Trainer. Er begleitet mich tapfer durch die neuesten Erkenntnisse in der Hundeerziehung und hilft mir das unbekannte Wesen "Hund" zu verstehen. Oscar ist, was das Verhalten anderen Hunden gegenüber angeht, absolut zuverlässig. Er ist oft der erste Trainingspartner, wenn es um leinenaggressive Hunde geht, er ist mein "Kindergärtner" in der Welpengruppe. Er besitzt eine Art "Streetworker - Mentalität", ein freundliches und angemessenes Aufeinandertreffen ist ihm sehr wichtig. Er hat einfach eine große soziale Ader gegenüber Hunden und er ist ein großer Philanthrop.

Damit ich ihn nicht zu sehr auf den Sockel setze, hat er seine Rassebeschreibung gelesen (Nee ehrlich, ich hab sie ihm vorgelesen. Wieder einen Fehler gemacht!) und hat gelernt, dass Labradore ständig Hunger haben, und so hat er einen ausgeprägten "will to please" fürs Fressen entdeckt. Dank einer sehr guten Nase und ausgerüstet mit dem festen Willen, alles Essbare aus unseren Wäldern zu entfernen (Ich bin auch für Naturschutz zu haben), führt er mich manchmal an die Grenzen meiner Geduld.) Selbst ein Labrador erzieht sich einfach nicht von allein, auch wenn er die besten Eigenschaften bereits mitbringt. Und so habe ich auch mit Oscar immer etwas zu tun. Aber das Leben wäre mit einem perfekten Hund wirklich langweilig.

Oskar und das Meer --- Ja, es ist wirklich nur der Rücken !

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